Ernährung

Leider findet der Igel nicht mehr genügend Nahrung, das Insektensterben schreitet voran, die Gärten werden immer cleaner und es gibt immer mehr Hitzeperioden

Daher ist eine artgerechte Zufütterung nicht nur im Herbst, sondern ganzjährig absolut unerlässlich

Wir empfehlen ausdrücklich die ganzjährige, artgerechte Zufütterung der Igel

Unsere langjährigen Statistiken zeigen ganz klar – Igel, die ganzjährig mit geeignetem Futter zugefüttert werden, sind deutlich gesünder, halten einen längeren Winterschlaf und wachen gesund, mit weniger Gewichtsverlust, im Frühjahr wieder auf

Bei der Zufütterung ist jedoch neben dem geeigneten Futter, Hygiene an der Futterstation sehr wichtig

Anatomie des Igels und warum die richtige Ernährung essentiell für ein gesundes, langes Igel-Leben ist

  • Igel sind Insektenfresser (Insectivora), das heißt, der gesamte Verdauungstrakt ähnelt dem eines Fleischfressers (Carnivora) und ist nicht darauf ausgelegt, Getreide, Obst und Gemüse verdauen zu können
  • Je nach Inhaltsstoff füllt zwar das Futter den Magen, „rutscht“ aber nur durch, ohne dass der Igel etwas daraus ziehen kann.
  • Anders als bei Pflanzenfressern ist der Verdauungstrakt sehr einfach gehalten und verhältnismäßig kurz.
  • Die Verdauung dauert nur ca. 8 bis 20 Stunden. Unverdauliches passiert schnell den Darm.
  • Auch eine Zugabe von unnatürlichen Ballaststoffen in Form von Getreide, wie z. B. Haferflocken, können Verdauungsstörungen und Darmentzündungen auslösen  -> die Folgen: Hautpilz, geschwächtes Immunsystem, Pankreasschäden
  • Zucker in jeglicher Form schädigt, viel schneller als bei Hunden und Katzen, die Zahnsubstanz -> die Folge: der Igel kann keine artgerechte Nahrung mehr aufnehmen

GEBISS:

  • Die Verdauung beginnt im Mund, das Gebiss ist anatomisch, jedoch beim Igel nicht zum Mahlen ausgelegt.
  • Enthaltener Zucker im Futter, in jeglicher Form, schädigt die Zahnsubstanz (Fruchtzucker, Rübenzucker, Honig usw.)
  • In Folge von Zahnschäden ist der Igel nicht mehr in der Lage sich artgerecht zu ernähren.
  • Immer häufiger stellen wir massive Zahnprobleme, auch schon bei sehr jungen Igeln, fest.

KOHLEHYDRATE:

  • Diese sind in der natürlichen Nahrung vom Igel nicht zu finden, dennoch verfügen Igel über stärkeabbauende Verdauungsenzyme (Amylasen), die sehr effektiv Stärke in Zucker (Glucose) umwandeln.
  • Dies hat verheerende Auswirkungen auf die Bauchspeicheldrüse.
  • Ein hoher Anstieg des Blutzuckerspiegels führt zu einer anormal hohen Produktion von Insulin.
  • Das Insulin wirkt dann wiederum blutzuckersenkend und stimuliert Fettzellen Glukose aufzunehmen.
  • Das heißt, der Igel nimmt ungesund zu und verfettet.
  • Hohe Gefahr von Hyperglykämie, die zu Nerven- und Zellschädigungen führt.

Daraus folgen Langzeitschäden der Organe, Gelenkerkrankungen und Stoffwechselstörungen.

Darm:

  • Die Aufnahme von vegetarischer Nahrung, schädigt die Darmflora des Igels.
  • Ein Großteil aller Immunzellen, befinden sich im Darm und machen ca. 80% der Abwehrreaktion aus. Nützliche Bakterien unterstützen die hemmen das Wachstum pathogener Keime, neutralisieren schädliche Substanzen, unterstützen die Nährstoffaufnahme und produzieren lebenswichtige Vitamine.
  • Ist die Darmflora geschädigt, wird zugleich das Immunsystem geschwächt.
  • Falsche Nahrungsaufnahme haben Darmentzündungen, Pilzerkrankungen, Mangelerscheinungen, Infektionen und die Vermehrung von Innenparasiten zur Folge.
  • Auch kann es zu einem Darmverschluss kommen.
  • Immer häufiger wird bei Igeln der Darmparasit Giardien nachgewiesen, dieser Parasit benötigt zur Vermehrung und für seinen Stoffwechsel Zuckerbausteine, die in der natürlichen Nahrung des Igels kaum vorhanden sind.