Päppeln
Sie haben einen untergewichtigen Igel im Herbst oder Winter gefunden?
Bitte lesen Sie alle Dokumente sorgfältig durch – das Leben des Igels liegt in Ihren Händen!
Igel wie in der Notfallanleitung beschrieben zuerst aufwärmen
https://igelstation-otzing.de/notfall-2/
Füttern erst dann, wenn der Bauch warm ist und unbedingt auf die richtige Futterzusammensetzung achten.
https://igelstation-otzing.de/ernaehrung-fuetterung/
Der Igel kann aufgrund falscher Fütterung versterben (Auch bei einmaliger Fütterung), schwere Mangelerscheinungen oder Pilz bekommen!
Bei richtiger Unterbringung und Fütterung, sollte der Igel mindestens 15g pro Nacht zunehmen – bitte führen Sie eine tägliche Wiegeliste.
Nimmt der Igel zwei Tage hintereinander nicht zu, melden Sie sich bitte umgehend bei einer Profistelle.
Der Igel ist im Herbst in den allermeisten Fällen nicht einfach nur zu leicht, sondern ist auch an Innenparasiten erkrankt um schnell und gezielt behandeln zu können, ist eine Kotprobenanalyse unerlässlich – sehr gerne können Sie uns eine Probe zuschicken!
https://igelstation-otzing.de/kotproben/
Bitte beachten Sie, dass SpotOns und Flohsprays für Igel hoch giftig sind und sogar tödlich – die Vergiftungserscheinungen zeigen sich oft erst Stunden oder Tage nach der Anwendung! Diese Mittel haben eine massiv lange Halbwertszeit (Zeit die das Medikament benötigt um sich im Körper wieder abzubauen) und wirken teilweise mehrere Monate auf den Igelorganismus.
Hat der Igel einen Flohbefall können Sie ihm ca. 1ml Raps- oder Sonnenblumenöl über den Rücken tropfen.
Weitere Infos zur Fütterung : Ernährung/ Fütterung
LEBENSGEFAHR! – verwenden Sie niemals Einstreu!

Kot mit Einstreu – Gefahr von Darmverschluss!
Auswildern
Der Igel ist nach dem Päppeln im Haus nun schwer genug, die Temperaturen nachts noch anhaltend über 7 Grad, dann kann der Igel mit Zufütterung noch ausgewildert werden.
(Die Temperaturen müssen jedoch die nächsten zwei Wochen noch konstant bleiben und der Igel muss mindestens 7 Tage im Gehege verbringen um sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen)
(Richtwerte Gewicht: September 250g-350g – Oktober 350g-450g – ab November 550g – 600g)
Igel dürfen niemals im Haus überwintert werden! – Organschäden sind die Folgen!

Überwintern
Der Igel ist schwer genug, die Temperaturen fallen nachts unter 5 Grad, dann muss der Igel in einem Gehege überwintert werden
(Richtwerte November 550g-600g – Dezember 600g)
Bitte füttern Sie den Igel auf keinen Fall zu dick, dies ist eine massive Belastung für die Organe und Gelenke.
Igel NICHT herunterkühlen, sondern in das vorbereitete, mit Stroh gefüllte, Igelhaus im Gehege setzen und zusätzliches Stroh vor dem Häuschen zur Verfügung stellen bis sich der Igel nichts mehr ins Häuschen zieht.
Sobald der Igel im Außengehege ist, nicht mehr ins Häuschen schauen!
Bitte beachten Sie, dass der Igel erst nach Draußen ziehen kann, wenn die letzte Medikamenten-Gabe 7 Tage zurück liegt.
Igel dürfen niemals im Haus, Keller, Garage oder Gewächshäusern überwintert werden – Organschäden sind die Folgen!

Oft gestellte Fragen
Kann ich auch Heu verwenden?
- NEIN! – Heu schimmelt, zudem können Abschnürungen beim Igel entstehen.
Kann ich Blätter verwenden?
- Nein, Blätter enthalten Restfeuchte, zudem sind auf diesen oft Milben zu finden, daher raten wir grundsätzlich von der Verwendung von Blättern ab.
Warum darf ich kein Heu verwenden? In der Natur verwendet der Igel auch Gräser für sein Nest?
- Wie oben beschrieben, birgt Heu viele Gefahren – der Igel hat bei der Überwinterung nur dies zur Verfügung was wir ihm anbieten, er hat keine Möglichkeit es selbst auszusortieren – Stroh ohne Grannen ist das sicherste, was wir ihm zur Verfügung stellen können.
Warum darf ich den Igel nicht herunterkühlen bevor ich ihn in das Außengehege setze?
- Es besteht große Gefahr, dass der Igel dann bereits im Haus oder Zwischenstationen in einen Dämmerschlaf fällt, er hat dann keine Möglichkeit mehr, sich selbst das Nest „einzurichten“ und würde dann erfrieren, zudem verliert er im Dämmerschlaf wichtige Reserven und nimmt ab.
Mein Päppeligel kratzt sich und hat schuppige, weisliche Haut
- Nicht immer ist es ein Parasitenbefall oder eine Pilzerkrankung – ist der Igel im Haus, kann die Haut auch einfach trocken sein.
- Fallen Stacheln aus? Dann wenden Sie sich bitte umgehend an eine Profistelle
- Gegen Flöhe oder trockene Haut, kann etwas Raps- oder Sonnenblumenöl auf dem Rücken verteilt werden
- Bitte bedenken Sie auch, dass sich Igel etwas häufiger kratzen, da dies zur Stachelpflege gehört
Wie viel ist die richtige Menge Futter?
So viel, dass am nächsten Tag noch ein Anstandshappen übrig ist (Der Igel kann mit dem geeignetem Futter nicht überfüttert werden)